„Die Situation ist gravierend“ Interview Klaus Stöttner mit der Bayerischen Gemeinde Zeitung

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GZ-Interview mit Klaus Stöttner, tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Aufsichtsrat bei der DEHOGA-Bayern-Tochter Gastgeber AG und TOM-Präsident:

 

Wer ihnen am Wochenende auf einem überfüllten Wanderparkplatz begegnet, erkennt sie sofort an ihren grünen Westen – die Gebietsbetreuer übernehmen während der Corona-Pandemie die Besucherlenkung in den Touristenregionen. Die Bayerische Gemeinde Zeitung sprach mit Klaus Stöttner, tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Aufsichtsrat bei der DEHOGA-Bayern-Tochter Gastgeber AG und Präsident des Tourismusverbands Oberbayern und München (TOM), darüber, wie wichtig ihr Auftreten gegenüber den Menschen aus der Stadt ist und wie die Situation im Gastronomie- und Hotelgewerbe tatsächlich ist.

GZ: Der Tourismus ist eine der Branchen, die besonders unter Corona leidet. Laut einer Umfrage von Dehoga Bayern unter 1.380 gastgewerblichen Unternehmern sehen 75 Prozent aller befragten Hoteliers und Gastronomen ihren Betrieb durch die Corona-Krise in ihrer Existenz gefährdet und ein knappes Viertel (24,0 Prozent) zieht trotz ausgesetzter Insolvenzantragspflicht bereits konkret eine Betriebsaufgabe in Erwägung. Wie schlimm ist die Situation?

Stöttner: Die Situation ist sicherlich gravierend, weil man differenzieren muss zwischen den Gastronomen in der Stadt und denen im ländlichen Raum. Auf dem Land sind viele Gastronomen gleichzeitig auch die Besitzer der Immobilie selbst und haben dadurch eine ganz andere Finanzstärke. In den Städten betreiben die Gastronomen bis zu 80 Prozent ihrer Restaurants in Mietobjekten und müssen Mietzahlungen nachkommen. So ist die Insolvenzgefahr in den Städten viel stärker als im ländlichen Raum.

Solange Betriebe familiengeführt sind, ist es noch einfacher. Aber in Unternehmen, in denen die Eigentümer-Familie keine so starke Rolle spielt und die Mitarbeiter in einem klassischen Angestelltenverhältnis stehen, ist die Kostenbelastung auch mit dem Kurzarbeitergeld eine ganz andere. Denn da sind die Fixkosten wesentlich höher, besonders bei den Hotelgruppen. Hier ist die Problematik, dass Vermieter dieser Hotels oft Fondsgesellschaften sind, die laut Vertragsrecht die Miete nicht reduzieren dürfen, trotz Hotelschließungen.

GZ: Hat der „Urlaub dahoam“ für kurzzeitige Erleichterung gesorgt?

Stöttner: Nein! Der Sommer ist zwar hervorragend gelaufen, aber nur im ländlichen Raum. Die Gastronomen im oberbayerischen ländlichen Raum, in Franken, Niederbayern, im Bayerischen Wald, Allgäu – sie haben im Sommer überproportional profitiert mit teilweise 27 Prozent Umsatzzuwächsen durch den „Urlaub dahoam“. Aber die Städte haben wahnsinnig verloren: Weil es keine Messen, Events, Konzerte, internationalen Treffen, Schulungen oder Meetings gab. Der Anteil von Geschäftsreisen macht im Tourismus 40 Prozent aus. Von Messen profitieren die Stadt München und das Umfeld enorm. Und wenn die Messen nicht stattfinden, fällt der Businessanteil in den Städten komplett weg.

GZ: Wie geht es weiter, welche Perspektiven haben gastgewerbliche UnternehmerInnen?

Stöttner: Da muss man differenzieren. Wenn die Hotels im ländlichen Raum wieder aufmachen dürfen und die Leute zum Urlaub beispielsweise nach Oberbayern fahren und die Gastronomen gut gerüstet sind, so dass z.B. die Biergärten aufmachen können, dann wird das wieder einen enormen Schub geben. Auch die Hotels und Pensionen, die im Freizeitbereich ihre Zielgruppe haben, werden profitieren. Teilweise wird auch, da haben wir bereits Rückmeldungen, nicht nur für ein verlängertes Wochenende, sondern auch für ein oder zwei Wochen gebucht, weil kaum Fernreisen geplant werden. Aber die Städtehotels haben ein Riesenproblem, weil die von den Messen leben.

GZ: Ein finanzielles Standbein in den oberbayerischen Kommunen ist der Tagestourismus, der zwar nach wie vor boomt, aber momentan kein Geld in die Kassen spült, da schlicht die Gelegenheiten zum Geldausgeben fehlen.

Einheimische beklagen jetzt die übermäßige Beanspruchung von Infrastruktur durch Stadtleute. Den Höhepunkt in der Diskussion bildete bislang ein selbstgebasteltes Transparent in Miesbach, das den Münchnern klarmachen sollte, dass sie unerwünscht sind. Berichte über Vorfälle, dass Autos mit Münchner Kennzeichen angefeindet wurden, häufen sich. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Stöttner: Sehr kritisch. Der Tourist ist kein Feind, sondern der Tourist ist ein Freund, der sein Geld auch dalässt in guten Zeiten. Und ich kann nicht entscheiden, ob er in guten Zeiten beliebt ist und in den schlechten Zeiten nicht. Und diese Ausfälle – und ich möchte wirklich sagen „Ausfälle“ – von Leuten, die sowas schreiben oder anfeinden, das ist nicht die Masse. Aber es wird hochgekocht.

Ich glaube, dass man ehrlich bleiben muss, dass die Menschen in der Region Tegernsee, Miesbach, Chiemsee und Starnberger See alle wissen, dass sie ganz erheblich vom Tourismus profitieren. Ob das die Gastronomen, der Einzelhandel oder die Bergbahnen sind. Tausende Arbeitsplätze sind von der Branche abhängig. Alle in der Region haben deswegen einen guten Lebensstandard, weil sie von den Gästen leben und das wissen sie. Und diejenigen, die auf die Urlauber schimpfen, die machen diese Struktur kaputt.

Touristen sind herzlich willkommen, aber man muss in den Regionen Besucherlenkungen organisieren. Demnächst treffe ich mich dazu zum Thema Gebietsbetreuer mit den Landräten der Alpenregionen per Videokonferenz. Wenn Sie auf die Seite www.gebietsbetreuer.bayern gehen, dann sehen Sie die Gebietsbetreuer mit ihren grünen Westen. Sie sind, entsprechend geschult, an den Wochenenden in den Regionen unterwegs, um Besucher z. B. bei überfüllten Parkplätzen an andere Orte weiterzuleiten. Oder sie verweisen auf Shuttlebusse.

Es ist wichtig, dass man die Leute positiv lenkt. Denn wer jetzt in dieser schwierigen Zeit in die Natur fährt, der kommt auch im Sommer wieder, weil er gute Erfahrungen gemacht hat. Über 90 Prozent sehen Touristen als wichtige Geschäftspartner. Gastfreundschaft spielt in Oberbayern eine wichtige Rolle. Wir müssen aufpassen, dass wir kein falsches Image nach außen tragen.

GZ: Die Münchner CSU hat einen ausführlichen Fragenkatalog an die Verwaltung geschickt, um auszuarbeiten, welchen Nutzen die Umlandgemeinden aus der Stadt ziehen. Darin enthalten sind z.B. wie viele Berufspendler täglich die Stadtgrenze überqueren oder wie hoch der Anteil an nicht-Münchner KFZ auf dem Mittleren Ring ist. Wie bewerten Sie diese Reaktion?

Stöttner: Stadt und Land sind eine Symbiose. Und wir merken immer stärker: München braucht das Land und das Land braucht München. Wenn wieder bessere Zeiten sind, braucht das Umland die Stadt mit den Messen, Kulturveranstaltungen, Allianz-
arena, Olympiahalle, mit großen Events am Königsplatz und so weiter – um mal ein rundes Bild abzugeben. Wir dürfen in der Diskussion nicht diesen falschen Touch von „Krieg“ aufgreifen. Es ist eine schwierige Situation und jetzt müssen wir versuchen die Probleme zu lösen und nicht versuchen, Feindbilder aufzubauen. Daher ist auch ein „Friedensgipfel“ eine ungeschickte Wortwahl.

GZ: Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat im ersten Lockdown ein Video darüber gepostet, wie sie ihre Mittagspause im Home-Office genießt, inklusive herrlichem Rundumblick ins bayerische Oberland.

Gleichzeitig waren in München Spielplätze geschlossen und es galt ein Aufenthaltsverbot in Parks und an der Isar. Die Münchner Großmarkthalle, ein städtisches Unternehmen, hat die am Nachmittag und an den Wochenenden ungenutzten Parkplätze gesperrt, nachdem viele auf diese freien Flächen mit den Kindern ausgewichen sind.

Für Familien, die im 4. Stock ohne Balkon wohnen, war und ist diese Zeit besonders schwer zu ertragen und viele StadtbewohnerInnen treten daher die Flucht aufs Land an. Trotz Englischem Garten und renaturierter Isar hat die Münchner Stadtpolitik möglicherweise versäumt, dem Bedürfnis der Bewohner nach Natur und „genug Luft zum Atmen“ Rechnung zu tragen? Sehen Sie das auch so?

Stöttner: Ich denke, dass jetzt die Chance ist zu erkennen, dass die Leute, die im Hochhaus wohnen und keinen Balkon haben, natürlich ganz andere Voraussetzungen haben als Menschen, die einen Garten besitzen.

Die großen, dicht besiedelten Stadtteile Münchens brauchen Natur. Unsere Kinder brauchen Spielplätze. Aber es müssen nicht alle an den Tegernsee fahren, es gibt auch im Erdinger Moos wunderbare Wanderwege oder in der Holledau. Man muss sich auch mal Plätze suchen, die wunderschön und nicht so bekannt sind. Dafür kommt der Allgäuer auch mal nach München. Wir müssen Partner sein und nicht Konkurrenten.

GZ: Wie gehen Sie das Thema mit den Gebietsbetreuern jetzt demnächst mit den bayerischen Landräten an?

Stöttner: Es gibt schon einige, die sich organisiert haben. Aber ich bin ein Freund davon, dass man die gleiche Marke wählt und dass Gebietsbetreuer oder Nationalpark-Ranger sagen: „Wir haben alle das ganz klare Ziel Kundenfreundlichkeit und gute Kommunikation!“ Der Umgang mit den Gästen muss höflich und respektvoll sein, damit sie glücklich heimfahren und im Sommer wiederkehren. Genau das müssen wir organisieren.

Dazu gehört auch die bessere Vernetzung der Reiseführer untereinander, ob in der Stadt oder auf dem Land, das muss noch enger werden. Denn die sind die Ersten, die mit dem Gast zu tun haben und sofort Rückmeldung bekommen, wenn mal etwas nicht funktionieren sollte. So haben wir Sensoren, die wir brauchen, um unsere Qualität zu verbessern. Und das ist das oberste Ziel: Besser werden und gute Qualität anzubieten. Dabei ist Freundlichkeit das A und O.

GZ: Was möchten Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben?

Stöttner: Wir müssen uns jetzt vorbereiten und für den Sommer und den Herbst eine Strategie entwickeln. Ein Oktoberfest wird es wahrscheinlich nicht geben können. Können dann nicht die Schausteller alternativ z. B. in den Städten und Dörfern ihre Fahrgeschäfte dezentral anbieten, wie das Riesenrad im vergangenen Sommer am Chiemsee? Außerdem hat sich gezeigt, dass das Ladenschlussgesetz nicht flexibel genug für solche Zeiten ist und reformiert werden sollte.

Licht und Luft statt Lockdown – Wie Lockerungen im Tourismus Menschen und Betrieben neue Hoffnung geben können

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Ab März dürfen Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden in Bayern wieder öffnen. Aber auch die touristischen Leistungsträger in Oberbayern stehen in den Startlöchern und sind bereit für erste, verantwortungsbewusste Lockerungen des Lockdowns. Gemeinsam mit Landesgeschäftsführer der Gastronomie/DEHOGA Dr. Thomas Geppert, fordert Klaus Stöttner, MdL als Präsident des Tourismusverband Oberbayern und München, der von Ministerpräsident Dr. Markus […]

Klaus Stöttner online an der Waldorfschule

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Im Rahmen des „Tags der freien Schulen“ lädt die Freie Waldorfschule Chiemgau regelmäßig Landes- und Bundespolitiker ein, um in einer Schulstunde aus der realen Politik zu erfahren. Oft war Klaus Stöttner (CSU), Mitglied des Bayerischen Landtags, schon Gast an der Bernauer Straße. Dieses Schuljahr ging er online mit Schülerinnen und Schülern der 11. und 12. Klassen der Priener Waldorfschule zusammen mit deren Geschichtslehrerin Andrea Wiericks. „Vor allen Dingen will ich Ihnen heuer zuhören!“, betonte Stöttner, „denn mir ist es wichtig zu erfahren, wie es Ihnen während der Pandemie, Schulschließung und dem Lockdown geht.“ Weiterlesen

Krisen-Schalte: Merkel und Söder sprechen mit Landräten und OBs

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Manche sehen bereits ein Vorzeichen für die Kanzlerkandidaten-Frage, andere eine Revanche für CDU-Chef Armin Laschet. Am Freitag schalten Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Söder sich mit den Landräten und Oberbürgermeistern im Freistaat zusammen.

Klaus Stöttner: Eine Frage des Mutes – So müssen die Abgeordneten vor Ort vertreten, was sie intern nur noch zur Kenntnis nehmen dürfen. Dass das ihrer Überzeugungskraft nicht unbedingt zuträglich ist, hat der Rosenheimer CSU-Abgeordnete Klaus Stöttner im Landtag in den Satz gepackt, es mache “keine Freude, in dieser Situation Entscheidungen mitzutragen, die draußen oft schwierig zu akzeptieren sind”. Die Regierung müsse nun “auf Perspektive gehen”. Perspektive, Stufenplan, feste Inzidenzwerte sind Begriffe, die Markus Söder seit Monaten meidet.

Manchmal reicht ein Zufall, ein zeitliches Zusammentreffen. So erklärte am Montag etwas überraschend Armin Laschet, CDU-Chef, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidaten-Anwärter, er halte in der Diskussion um die Corona-Maßnahmen die Inzidenzwerte nicht für ausschlaggebend. Weiterlesen

Spatenstich für die neue Betriebsstätte der Caritas-Wendelstein-Werkstätten in Rosenheim

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Einen großen Schritt in die Zukunft nannte Thomas Schwarz, Vorstand des  Caritasverbands München und Freising, die Großbaustelle. Bis zum Sommer 2023 werden  im neuen Industriegebiet „Am Oberfeld“ südlich von Rosenheim 120 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und eine Förderstätte für 24 Menschen mit schwerst mehrfachen Behinderungen entstehen.  Weiterlesen

Planungen zum Technologiepark und Studierendenzentrum der Technischen Hochschule Rosenheim kommen voran

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Eines der größten Bauprojekte in der Geschichte der Stadt Rosenheim nimmt immer konkretere Formen an: Die aktuellen Planungen für den Technologiepark und das Studierendenzentrum der TH Rosenheim ermöglichen aller Voraussicht nach eine baldige Ausschreibung für das Großprojekt. Diese soll noch im Frühjahr erfolgen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2022 vorgesehen.

Der Technologiepark und das Studierendenzentrum entstehen in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Campus der Hochschule auf dem Gelände der ehemaligen Bogensiedlung, das etwa 25.000 Quadratmeter umfasst. Hiervon werden circa 13.000 Quadratmeter mit Gebäuden bebaut. Das Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der Hightech Agenda Bayern der Staatsregierung, die mit dem Zukunftsprogramm den Wissenschafts- und Technologiestandort Bayern stärken möchte. Im Zuge dessen werden auch große Baumaßnahmen für Hochschulen möglichst rasch angegangen und fertiggestellt. Das Bauvorhaben wird in mehreren Stufen fertiggestellt, endgültig beendet sind die Bauarbeiten voraussichtlich im Jahr 2026.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler betont: „Mit unserer groß angelegten Technologieoffensive Hightech Agenda Bayern und dem Beschleunigungsprogramm Hightech Agenda Plus investieren wir im Freistaat in bestmögliche Rahmenbedingungen an unseren Hochschulen für wegweisende Forschung und Lehre. Die Technische Hochschule Rosenheim ist fester Bestandteil dieser Strategie. Im neuen Technologiepark werden wir eine hochmoderne Infrastruktur schaffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studentinnen und Studenten werden hier an Antworten auf entscheidende Zukunftsfragen arbeiten und so Fortschritt und Innovation mitgestalten – für die Zukunft der Region und des Freistaats.“

Auf dem Gelände der ehemaligen Bogensiedlung werden der Technologiepark und das Studierendenzentrum gebaut.

Quantensprung für die Ausbildung von Fachkräften

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Hochschule, der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, erwartet vom Bau des neuen Technologieparks einen regelrechten Quantensprung: „Er wird hervorragende Möglichkeiten für die Ausbildung von gefragten Fachkräften in zentralen Zukunftsfeldern bieten. Die Hochschule kann damit den erfolgreichen Wachstumskurs der vergangenen Jahre auf einem neuen Niveau fortsetzen.“

Ein Modell, das bereits einen hohen Detaillierungsgrad aufweist, veranschaulicht die geplante Gestaltung des Technologieparks und des Studierendenzentrums. Auf dem Gelände entstehen in erster Linie hochmoderne Labore und Arbeitsplätze für die Studierenden und das wissenschaftliche Personal, aber auch eine neue Mensa und eine neue Bibliothek sind geplant. „Wir können mit diesem Mega-Projekt die praxisnahe Forschung unserer Hochschule zukunftsweisend neu gestalten und erweitern“, erläutert Vizepräsident Prof. Peter Niedermaier, der in der Hochschulleitung den Bereich „Forschung und Entwicklung“ verantwortet.

Im Mittelpunkt stehen dabei seinen Worten nach zentrale Themen wie Künstliche Intelligenz, industrielle Fertigungsprozesse, Robotik, Biokunststoffe, innovative nachhaltige Baukonzepte und Medizin- und Pflegetechnik. „Wir werden auch beim Wissenstransfer von der Forschung in die Lehre erheblich von den neuen Laboren und Versuchsanlagen profitieren“, ist Niedermaier überzeugt.

Höchster Standard bei Nachhaltigkeit

Das Planungsteam der TH Rosenheim konkretisiert derzeit in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr die Nutzung der Gebäude. „Uns stehen im Technologiepark und dem Studierendenzentrum gut 25.000 Quadratmeter Geschossfläche zur Verfügung, die wir zumeist fest belegen, teilweise aber auch flexibel nutzen. So sind manche Areale speziell für zeitlich befristete Projekte vorgesehen“, erklärt TH-Präsident Prof. Heinrich Köster. Großer Wert werde bei dem Projekt auf eine nachhaltige Bauweise gelegt: „Wir streben den höchsten Qualitätsstandard nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen an.“

Köster verweist im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Neubauprojekt in Rosenheim auch auf die wachsenden Forschungsaktivitäten an anderen Standorten. So entsteht am Campus Burghausen in absehbarer Zeit ein neues Laborgebäude für den Chemie- und Umweltbereich. Am Campus Chiemgau in Traunstein soll in den kommenden Jahren das Thema Digitalisierung aus verschiedenen Blickwinkeln vorangetrieben werden.

Vor dem Modell für den neuen Technologiepark und das Studierendenzentrum stehen (von links) Hochschulpräsident Heinrich Köster und Vizepräsident Peter Niedermaier neben den Mitgliedern des Projektteams Steffen Rex, Karsten Binninger, Oswald Schmidt und Joachim Müller.

Ausschreibung für den Bayerischen Integrationspreis 2021

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Start der Ausschreibung für den Bayerischen Integrationspreis 2021: „Integration von Kindern und Jugendlichen – Gemeinsam Zukunft gestalten!”

Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner informiert, dass die Ausschreibung für den Bayerischen Integrationspreis 2021 gestartet ist. Die Bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer, Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann und Landtagspräsidentin Ilse Aigner loben auch heuer wieder einen gemeinsamen Integrationspreis aus. Zum 10-jährigen Jubiläum steht er unter dem Motto „Integration von Kindern und Jugendlichen – Gemeinsam Zukunft gestalten!“.

Bis zum 28. Februar 2021 können sich Projekte, Initiativen und Einzelpersonen bewerben, die sich für die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Bayern einsetzen. In diesem Jubiläumsjahr soll zudem ein Sonderpreis an eine Einzelperson vergeben werden. Die Auszeichnung wird voraussichtlich am 21. Juni 2021 im Bayerischen Landtag verliehen.

Knapp die Hälfte aller Kinder in Deutschland hat eine Zuwanderungsgeschichte. Für eine gemeinsam gestaltete Zukunft ist ihre Integration besonders wichtig. Dabei bedeutet Integration nicht, die eigenen Wurzeln aufzugeben, sondern in neuer Umgebung die Möglichkeit zu bekommen, weiter zu wachsen. Zudem kann Integration nur durch Teilhabe gelingen: Wo ich mich selbst einbringe und engagiere, bin ich angekommen. Wo ich die Zukunft aktiv und kreativ mitgestalte, forme ich sie mit. So verstandene Integration rückt die Potentiale junger Menschen mit Migrationshintergrund in den Vordergrund und hilft dabei, dauerhaft sprachliche, religiöse und kulturelle Grenzen zu überwinden und Verbindungen zu schaffen.

Der Bayerische Integrationspreis 2021 ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Dabei kann das Preisgeld auch in Teilsummen auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Das Preisgeld ist zweckgebunden für Projekte und Initiativen im Bereich der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund einzusetzen. Der Sonderpreis ist darüber hinaus mit 500 Euro bedacht. Die Entscheidung über die Preisträger trifft eine unabhängige Jury des Bayerischen Integrationsrates.

Die Bewerbungsformulare und weitere Informationen finden Sie unter: https://integrationsbeauftragte.bayern.de/integrationspreis/integrationspreis-2021/ Bei Fragen steht Ihnen die Geschäftsstelle der Integrationsbeauftragten zur Verfügung unter Tel. 089/2192-4308 oder E-Mail an integrationspreis@stmi.bayern.de.

Interview Tourismus mit den Samerberger Nachrichten

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Herr Stöttner, Sie sind seit 2018 Präsident des Tourismusverbandes Oberbayern, gerne wollen wir mit Ihnen gemeinsam und mit nachfolgenden Fragen auf das Tourismusjahr 2020 zurückblicken.

Oberbayern hat bislang eine Spitzenstellung im bundesdeutschen Tourismus eingenommen – hat sich dies fortsetzen lassen?

Oberbayern konnte in den vergangenen Jahren seine Spitzenposition im Tourismus verteidigen und erhalten. Lauf Eurostat befinden wir uns im Ranking der 20 stärksten Tourismusregionen Europas, zugleich stehen wir für rund 50% das Tourismusgeschehens in Bayern. 2019 lagen die Übernachtungszahlen bei 42 Mio., der Bruttoumsatz aus dem oberbayerischen Tourismus lag  mit 15,3 Mrd. EUR auf einem Spitzenniveau. Bis 2019 konnte sich der Tourismus in Oberbayern sehr positiv entwickeln – auch im Vergleich zum Wettbewerbsumfeld.

Nichts war 2020 wie in den Vorjahren, hat Corona die Bilanzen verhagelt?

Die endgültigen Übernachtungszahlen für das Jahr 2020 stehen noch nicht fest, sie werden erst im Rahmen der Pressekonferenz der Bayern Tourismus Marketing GmbH im Februar bekannt gegeben. Dennoch lässt sich schon jetzt sagen, dass die Tourismusentwicklung im zurückliegenden Pandemie-Jahr stark hinter den glänzenden Zahlen von 2019 zurückgeblieben ist. Die Übernachtungszahlen von Januar bis November 2020 sanken im Vergleich zum Vorjahr auf 23.4 Mio. um -42,1%, die Gästeankünfte sanken um -53%.

Der erste Lockdown von März bis Mai führte nahezu zum Erliegen des Tourismusgeschehens verbunden mit Umsatz-Einbußen in Höhe von 2,4 Mrd. EUR für die oberbayerische Tourismuswirtschaft. Über die Sommermonate konnten gerade die ländlichen Seenregionen eine starke Nachfrage aus dem Inland verzeichnen, einzelne Destinationen näherten sich bis Herbst einer schwarzen Null. Anders sah die Situation für den Städtetourismus aus. Gerade in München, aber auch in Rosenheim oder Ingolstadt kam der Geschäftsreisetourismus auch ab Juni nicht in Gang. Fehlende Flugverbindungen, fehlendes Messegeschäft und mangelnde Nachfrage nach Städtetourismus sorgen für Einbußen von 40-50% in den Sommermonaten.

Der neuerliche Lockdown ab November brachte den Tourismus in Oberbayern dann wieder zum Jahresende nahezu vollständig zum Erliegen.

Sie sind Touristiker-Berater und Politiker: sind die Einschränkungen wegen Corona nicht nur wichtig, sondern auch richtig?

Die Einschränkungen sind für die Tourismusbranche sehr schmerzhaft, aber mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen unverzichtbar. Wir wollen rasch zu einer Absenkung der Inzidenz unter 50 erreichen und die Pandemie 2021 auch dank der neuen Impfstoffe in den Griff bekommen. Ziel ist es, dass wir zumindest nach der Wintersaison den Tourismus wieder schrittweise hoch fahren können.

Die Gastronomie und Hotellerie war mit Extra-Hygiene-Konzepten gerüstet und wurden dann geschlossen: war das notwendig?

Es war auch wichtig, dass die Tourismusbetriebe über die November und Dezemberhilfen gestützt werden, bzw. auch in den Genuss der Überbrückungshilfe III kommen. Der Tourismus ist kein Infektionstreiber, leistet aber seinen Beitrag zur Eindämmung der Zahlen. Das war und ist eine gesamtgesellschaftliche und -wirtschaftliche Aufgabe, der auch wir uns gestellt haben. Wir müssen aber alles daran setzen, dass die Betriebe die Pandemie überleben.

Daher setze ich mich auch künftig dafür ein, dass es Hilfen für die Tourismusbetriebe gibt. Dazu gehören nicht nur die Unterkunftsbetriebe, sondern auch der Seilbahnbetreiber, das Erlebnisbad, das Museum oder der Gästeführer. Wir brauchen das gesamte Netzwerk, um den Tourismus nach der Krise wieder hochfahren zu können.

Tourismus und Investitionen sind gegenseitige Förderer – welche Förderungen sind speziell aktuell?

Auf der einen Seite gibt es die bereits zitierten Überbrückungshilfen, um die Folgen der Corona-Krise für die Tourismusbetriebe abzumildern.

Auf der anderen Seite haben wir in Kooperation mit der Regierung von Oberbayern einen Förder-Leitfaden initiiert, der alle tourismusrelevanten Förderprogramme übersichtlich darstellt. Das reicht von der Förderung regionaler Tourismusprojekte über RÖFE – Förderung, das Gaststätten-Modernisierungs-Programm bis hin zur Seilbahnförderung.

Was sind Ihre Wünsche, Prognosen und Projekte als Präsident des Tourismusverbandes Oberbayern-München?

Ich wünsche mir zu allererst, dass wir die Corona-Krise möglichst bald hinter uns lassen können und dass möglichst viele Tourismusbetriebe die Krise überstehen und rasch wieder eine solide Umsatz- und Geschäftsbasis erhalten. Alle Umfragen zeigen, dass das Interesse an Oberbayern als Reiseziel ungebrochen hoch ist. Insofern gehe ich davon aus, dass wir nach der Krise kein Nachfrage-Problem haben werden. Es wird wichtig sein, dass wir neue Entwicklungen offensiv angehen.

Die Krise hat uns einen Digitalisierungsschub beschert, hier müssen unseren Beitrag leisten, die Digitalisierungskompetenz in der Regionen und Betrieben auszubauen und zu stärken. Auch die Themen Besucherlenkung werden uns künftig dauerhaft begleiten, wie es gelingt vor allem die Tagesbesucher auf Basis eines modernen Datenmanagements effektiv zu steuern. Es braucht auch neue Konzepte für den Geschäftsreise-Tourismus, in dem persönliche Vernetzung und Digitale Formate sich gegenseitig ergänzen. Wir als TOM e.V. sind die Tourismus-Plattform, die alle Partner vernetzt, wertvolles Wissen liefert und in den genannten Bereichen schon heute aktiv ist.

Interview mit Anton Hötzelsperger von den Samerberger Nachrichten

Bildquelle © Severin Schweiger

Planungen für Querungshilfe an B 15 in Rott a. Inn wieder aufgegriffen

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In die Planungen für die Querungshilfe an der B 15 in Rott a. Inn ist zuletzt neuer Schwung gekommen. Das Staatliche Bauamt Rosenheim prüft derzeit die Aufnahme in die für nächstes Jahr vorgesehene Sanierung der B 15 im Bereich Lengdorf.

Die Forderungen nach einer Überquerungshilfe in diesem Bereich sind alt. Denn im Sommer und Frühjahr wechseln alljährlich unzählige Fußgänger und Radfahrer die Straßenseite, um Richtung Rotter Ausee zu gelangen. Der Badesee ist aber auch zu den übrigen Zeiten ein beliebtes Naherholungsgebiet und die Zahl der querenden Fußgänger entsprechend hoch. Eine Situation die nicht zuletzt aufgrund des weiter anwachsenden Verkehrs auf der Bundesstraße erhebliche Gefahren mit sich bringt. Der neugewählte Gemeinderat und Bürgermeister Daniel Wendrock hatten angesichts der für 2021 in diesem Abschnitt geplanten Straßensanierung erneut die Initiative für eine Querungshilfe aufgenommen. Eine Kostentragung der Gemeinde kam aufgrund der fehlenden Haushaltsmittel und angesichts der anderweitigen Projekte allerdings nicht in Betracht.

Es folgten zahlreiche Gespräche und Verhandlungen, in die sich neben dem Bürgermeister, Gemeinderatsmitglied Johann Kirschbaum, Kreisräten und Rotter Bürgerinnen und Bürgern auch der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner eingeklinkt hatten. „Mir liegt es sehr am Herzen, dass hier eine Querungshilfe entsteht, die vor allem Familien, Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg zum sommerlichen Badespaß eine verkehrssichere Überquerung der Straße ermöglicht.“, so Stöttner.

Das Staatliche Bauamt hat sich nun grundsätzlich bereit erklärt, die Kosten für die Querungshilfe zu tragen und die Maßnahme in die Planung für 2021 aufzunehmen. Schon jetzt ist allerdings klar: Ohne Grunderwerb von privaten Anliegern wird das Ganze nicht zu realisieren sein. Wenn die endgültigen Planungen vorliegen, werden Gemeinde und Staatliches Bauamt konkret auf einzelne privat Grundstückseigentümer zugehen. „Wenn alle an einem Strang ziehen, werden wir eine hoffentlich gute Lösung für unsere Bürgerinnen und  Bürger zustande bringen.“, so Bürgermeister Wendrock.

Stöttner: „Digitale Rathäuser“ im Landkreis Rosenheim erhalten über 30.000 Euro Förderung

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Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner teilt mit, dass der Freistaat Bayern die Kommunen bei der Digitalisierung der Verwaltung mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt. Aus dem Förderprogramm Digitales Rathaus erhalten sechs Gemeinden im Landkreis Rosenheim eine Zuwendung. Neben Neubeuern (9.224,88 €) profitieren Vogtareuth (4.150,72 €), Frasdorf (4.188,80 €), Oberaudorf (4.712,40 €), Bernau a. Chiemsee (4.188,80 €) und Raubling (4.348,00 €)

Mit dem Programm „Digitales Rathaus“ unterstützt das Staatsministerium für Digitales die bayerischen Städte und Gemeinden, Landkreise sowie Bezirke bei der Bereitstellung von neuen Online-Diensten. Diese können im Rahmen des Förderprogramms für die erstmalige Bereitstellung von Online-Diensten bis zu 20.000 Euro Förderung erhalten. Mit dem „Digitalen Rathaus“ leistet der Freistaat Bayern einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes im kommunalen Bereich – die Kommunen werden also nicht nur gefordert, sondern auch gefördert.

Die sechs Rosenheim Kommunen haben ihren Förderbescheid – natürlich digital – erhalten. Weiterführende Informationen zum Förderprogramm sowie der Förderantrag stehen im Internet zur Verfügung unter: www.digitales-rathaus.bayern.